Erfahrungsbericht / Anzeige

„Das trägt doch jede.“ Diesen Satz hörte eine Apothekerin (54) an einer Garderobe.

Er kostete sie zwölf Jahre Gewohnheit. Sie hatte zwölf Jahre lang dasselbe Parfum getragen. An einem Novemberabend erfuhr sie beiläufig, dass es nie ihres war.

Frau um die 50 steht mit einem Glas Sekt an einer Garderobe voller dunkler Wintermäntel
An der Garderobe hingen die Mäntel so dicht, dass der ganze Flur nach nassem Wollstoff roch. Symbolbild.

Es war die Weihnachtsfeier einer Kollegin, Ende November, und es hatte den ganzen Tag geregnet. An der Garderobe hingen die Mäntel so dicht, dass der ganze Flur nach nassem Wollstoff roch. Ich stand mit einem Glas Sekt da, das längst warm war, und wartete darauf, dass jemand meinen Mantel aus der zweiten Reihe zog.

Neben mir eine Frau, die ich nicht kannte. Und dieser Duft. Warm, ein bisschen süß, sehr präsent. Ich habe sie gefragt, was das sei.

Sie hat es sofort gesagt. Es war mein Parfum.

Dasselbe, das ich seit zwölf Jahren trage. Dieselbe Flasche steht auf meiner Kommode, das Etikett an einer Ecke abgegriffen.

Dann hat sie die Schultern hochgezogen und gesagt: „Ich weiß, das trägt doch jede.“

Sie hatte ein Pflaster am Daumen und war schon halb im Mantel. Für sie war das eine Nebenbemerkung über sich selbst.

Ich habe nicht gesagt, dass ich es auch trage.

Ich bin 54 und arbeite seit 28 Jahren in einer Apotheke. Ich weiß, was ein Alkoholgehalt macht und was ein Molekülgewicht bedeutet. Und trotzdem stand ich an dieser Garderobe und habe gerechnet: zwölf Jahre, ungefähr vierzehn Flaschen. In der ganzen Zeit hat mich nie jemand gefragt, was ich trage. Ich hatte immer gedacht, so etwas fragt man einfach nicht.

An dem Abend habe ich gemerkt, dass man es sehr wohl fragt. Nur nicht bei mir.

Ich wollte etwas, das in keiner Drogerie steht

Das klingt kleinlich für eine Frau in meinem Alter, und ich fand es selbst albern. Aber ich wollte nicht mehr zu den vierzehn Frauen im Raum gehören, die identisch riechen und es voneinander nicht wissen.

Ich habe also angefangen, Proben zu bestellen. Nicht bei Douglas. Ich habe ungefähr sechs Wochen lang jeden Morgen etwas anderes ausprobiert. Das meiste war nicht schlecht, nur eben auch nicht besonders.

Bei einem bin ich hängengeblieben. Le Noctis, von einem kleinen Haus mit zwei Düften. Der erste Eindruck war mir zu süß. Vanille und Jasmin, fast klebrig, ich dachte, das ist für Zwanzigjährige. Nach einer halben Stunde war es etwas anderes. Dunkler, ein bisschen rauchig. Und es roch nicht mehr nach dem, was ich aus der Flasche gerochen hatte.

Nach sechs Wochen hat mich zum ersten Mal jemand gefragt

Ende Januar, Geburtstag einer Freundin. Eine Frau, die ich flüchtig kenne, kommt im Laufe des Abends zu mir und fragt, was ich trage.

Sie hat den Namen noch nie gehört und ihn sich ins Handy geschrieben. Falsch geschrieben, mit K.

Sie hat nicht gesagt, dass es gut riecht. Sie konnte es nur nicht einordnen.

Eine Handvoll Moleküle steckt in fast jedem Duft, den du kennst

Ich habe danach nachgelesen, und als Apothekerin ärgert mich, dass ich das nicht früher getan habe.

Ein normales Eau de Parfum enthält 15 bis 20 Prozent Duftöl. Der Rest ist im Wesentlichen Ethanol. Der verdunstet in den ersten Minuten und nimmt die leichtesten Moleküle mit nach oben. Was alle riechen, ist die Kopfnote.

Auf dieser Ebene sind sich die großen Marken am ähnlichsten. Dihydromyrcenol, Hedion, Iso E Super: eine Handvoll Synthetiken, die sofort wirken und bei fast jedem funktionieren. Dihydromyrcenol steckt seit 1988 in fast jedem frischen Duft, den du kennst. Wenn eine Flasche zwei Millionen mal verkauft werden soll, darf sie niemanden irritieren. Also riecht sie wie das, was vorher schon funktioniert hat.

Was wirklich in der Flasche ist

Anteil Duftöl laut Herstellerkennzeichnung. Der Rest ist im Wesentlichen Alkohol.

Eau de Parfum, handelsüblich 15 bis 20 %
Alkohol
Valmoré Le Noctis, Extrait de Parfum 30 %
Alkohol

Der Alkohol verdunstet in den ersten Minuten und trägt die leichtesten Moleküle nach oben. Was danach übrig bleibt, ist das, was andere an einem Abend wahrnehmen.

Le Noctis hat 30 Prozent. Was nach zwanzig Minuten übrig bleibt, ist bei diesem Anteil noch der eigentliche Duft. Ich habe mir die Basis angesehen: Amberholz, Vanilleharz, Patschuli, Kaschmir-Moschus, gerösteter Karamell. Dazu Tonkabohne im Herz, das ist im Kern Cumarin. Alles große, schwere Moleküle. Die verdunsten nicht, die geben über Stunden ab. Moschus riecht man teilweise am nächsten Tag noch im Schal.

Die Frau im Januar hat nicht aus der Flasche gerochen. Sie hat gerochen, was nach zwei Stunden übrig war.

Flakon Valmoré Le Noctis auf einer Holzkommode im warmen Abendlicht
Die Flasche steht seit Februar auf meiner Kommode.

Zwölf Jahre lang habe ich vor allem für Alkohol bezahlt

Das ist der Teil, der mich am meisten geärgert hat.

Ich hatte nie ein Parfum, das zu mir gehört. Ich hatte ein Produkt, das für zwei Millionen Frauen gleichzeitig entwickelt wurde und bei allen ungefähr gleich funktioniert. Das hatte nichts mit meinem Geschmack zu tun. Dahinter steht eine Rechnung: Je größer die Auflage, desto glatter muss ein Duft sein, und desto mehr Alkohol steckt in der Flasche, weil Alkohol billiger ist als Öl.

Wer 89 Euro für hundert Milliliter zahlt, kauft zu achtzig Prozent Ethanol. Das steht auf jeder Packung, ich habe es nur nie zu Ende gedacht.

Sechs Dinge, die mich fast abgehalten hätten

30 Prozent, ist das nicht viel zu aufdringlich?

Das war meine erste Sorge. Die Antwort ist Dosierung. Von meinem alten Parfum habe ich morgens zweimal gesprüht, oft nachmittags noch einmal nachgelegt. Bei Le Noctis reicht ein Sprühstoß, und zwar auf den Hals, nicht auf die Kleidung. Wer sechsmal sprüht wie bei einem Eau de Toilette, macht sich und dem halben Büro den Tag kaputt. Das ist kein Duft für den Frühdienst.

Vanille und Karamell, ist das nicht zu jugendlich?

Das war mein zweiter Gedanke, direkt nach dem ersten Sprühen. In den ersten Minuten riecht es tatsächlich nach Dessert. Aber die süßen Moleküle sind die leichten, die sind nach zwanzig Minuten durch. Was bleibt, sind Patschuli, Amberholz und Moschus. Ich habe ihn seit Februar kein einziges Mal vor sechs Uhr abends aufgetragen.

Eine Marke, von der ich noch nie gehört habe.

Für mich war das nach der Garderobe eher ein Argument dafür. Zwei Düfte, ein kleines Haus. Ich weiß, dass das für manche unseriös klingt. Mich hat überzeugt, dass die Konzentration auf der Packung steht und dass ich die Bestandteile nachschlagen konnte.

79,90 Euro, ist das nicht zu viel für ein Parfum?

Vor dieser Zahl habe ich kurz gezuckt, deshalb habe ich nachgerechnet.

Mein altes Parfum

2 bis 3 Sprühstöße am Tag, 100 ml für 89 €

10 Monate

dann war die Flasche leer

Le Noctis

1 Sprühstoß am Tag, 50 ml für 79,90 €

5 Monate

und noch nicht halb leer

Eigener Verbrauch seit Februar. Bei anderer Dosierung fällt die Rechnung anders aus.

Grob gerechnet komme ich auf ungefähr die Hälfte pro Tag. Das war nicht der Grund für den Wechsel, aber es hat die Entscheidung leichter gemacht.

Ich kann ihn nirgends riechen, bevor ich bestelle.

Stimmt, und das ist der Preis dafür, dass ihn im Umkreis niemand trägt. Ein Duft, den du in jeder Parfümerie testen kannst, steht auch bei jeder zweiten Kollegin im Bad.

Und wenn er auf meiner Haut anders riecht?

Wird er. Genau das ist die Ebene, über die wir hier reden, und deshalb kann dir niemand vorher sagen, wie er bei dir sitzt. Deshalb habe ich mit der Probe angefangen und nicht mit der Flasche.

Passt, wenn

  • du deinen Duft seit Jahren trägst und ihn an anderen wiedererkennst
  • du abends trägst und nicht im Frühdienst
  • dir wichtig ist, dass die Konzentration auf der Packung steht
  • ein Sprühstoß am Tag für dich reicht

Passt nicht, wenn

  • du frische, spritzige Düfte magst
  • du morgens im Büro sprühst
  • du vor dem Kauf im Laden riechen willst
  • du nur bekannte Häuser tragen möchtest

Warum ich mit zwei Millilitern angefangen habe

Mit der Probe. 4,90 Euro plus Versand, zwei Milliliter, das reicht für ungefähr zwanzig Tage.

Was ich sinnvoll fand: Wenn du danach die Vollgröße bestellst, werden die 4,90 Euro abgezogen. Bestellst du nicht, hast du 4,90 Euro ausgegeben statt 79,90. Kostenlos ist das nicht, und ich wäre auch misstrauisch, wenn es das wäre. Es ist einfach eine faire Reihenfolge: erst tragen, dann entscheiden.

Und du brauchst keine fünf Tage dafür. Du brauchst einen Abend mit Leuten, die dir nichts schuldig sind. Wenn dich niemand fragt, was du trägst, weißt du Bescheid.

Ich hätte das gern zwölf Jahre früher gewusst.

Valmoré

Le Noctis Probe

4,90 € für 2 ml, wird bei der Vollgröße angerechnet

  • 2 ml Extrait de Parfum mit 30 % Duftöl
  • Orientalisch · Gourmand
  • Reicht für rund 20 Anwendungen
  • Bei Bestellung von 50 ml (79,90 €) oder 100 ml (119,90 €) werden die 4,90 € vom Kaufpreis abgezogen
Probe bestellen ›

Versand zusätzlich. Es gilt der Preis auf der Zielseite.

Zu diesem Beitrag: Der Text ist eine Anzeige und in Zusammenarbeit mit dem Anbieter entstanden. Er gibt die persönliche Wahrnehmung der Erzählerin wieder. Angaben zu Haltbarkeit, Verbrauch und Duftverlauf sind individuell und keine zugesicherte Eigenschaft.